Maria Pechstein

Maria Pechstein (born 1994 in Füssen, Germany) is a contemporary artist based in Koblenz. Her practice is centered around an exploration of feminist themes, philosophy, and activism. Pechstein pursues this thematic focus through her solo work as well as in close collaboration with the collectives NPC and TBP. Her experimental pieces are shaped by diverse perspectives and spontaneous impulses. The collective audiovisual work “Letters,” created with the group TBP, has been showcased at MicroActs 18 at the White Bear Theatre in London and at Kunstraum Lichtenberg-GISELA in Berlin. Pechstein’s process is tactile and intuitive, utilizing materials such as clay, glass, wood, fabric, sound, and video. Through her art, she seeks to amplify voices, expose social grievances, and provoke discourse. Her work serves as an invitation to critically examine prevailing societal structures and explore alternative perspectives. Her pieces have been exhibited internationally, including at the Sala della Balla (MilanoVetro-35, Milan) and the Forum der Künste in Hannover as part of the exhibition “inner projections.”

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Wenn ich am Morgen aufwache, ist es nicht das erste Mal. Mein Morgen passiert drei bis

viermal nachts und einmal am Morgen. Albträume, Schmerzen oder Geräusche: Such dir

eins aus – es gibt viele. Stell dir einen Duden vor – gefüllt mit Gründen, die mich

wachhalten, die mich aufwecken, die mich mit Schmerzen aufstehen lassen. Folgen, die

mich tagsüber begleiten. Immer da, mal stärker, mal schwächer. Jeder Start in den Tag ist

ein Start ins Ungewisse.

Neben meinem Duden, gibt es dann auch noch mein Archiv. Was findet sich dort? Texte,

jede Menge medizinische Texte und Daten. Jedes Papier ist ein weiterer Versuch. Tausend

Blätter: versucht, ignoriert, verzweifelt – verstauben sie gut sortiert im Schrank. Sie

erinnern und machen bewusst: Ich wurde vergessen – ich werde vergessen. Der Grund:

meine Biologie.

Also musste ich mich entscheiden. Eigentlich wollte ich aufgeben, alles hinter mir lassen.

Ich wollte keine Schmerzen mehr, ich wollte endlich Ruhe.

Papier 1001: ein Lichtblick für mich! Ein Anfang, mich, meinen Körper besser zu

verstehen. Und als ich dachte, es würde langsam vorwärtsgehen …

Jetzt weiß ich: Ich muss mich selbst am besten kennen. Ansonsten verstreichen unnötig

viele Stunden in Praxen, Zentren und medizinischen Institutionen, um am Ende nach

Standards in Sekunden abgefertigt zu werden. Mit Schmerzen gekommen, mit

Schmerzen gegangen.

Vom System vergessen.

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